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Haftbarkeit

Jeder Baumbesitzer ist für seine Bäume verantwortlich und hat für deren Verkehrssicherheit zu sorgen. Dies bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass, wenn etwas passiert, automatisch auch der Besitzer haftbar gemacht wird (Unwetter und höhere Gewalt können mitunter auch augenscheinlich gesunden Bäumen zusetzen).


Vielmehr sieht die aktuelle Rechtsprechung im Schadensfall den Baumbesitzer in der Pflicht, zuvor die entsprechenden Maßnahmen und Schutzvorkehrungen getroffen zu haben sowie für die grundsätzliche Verkehrssicherheit gesorgt zu haben. Es wird also keine hundertprozentige Sicherheit, jedoch ausreichende Sorgfalt verlangt.


Regelmäßige Kontrollen (Sichtkontrollen vom Boden aus, im besten Fall die Erstellung eines Baumkatasters) sowie die Durchführung dabei eruierter notwendiger Maßnahmen auf Grund von Auffälligkeiten (z.B. Totholzentfernung) können diese Sorgfalt gewährleisten und stellen meist keinen hohen finanziellen Aufwand dar.

Wohlfahrtswirkung durch Straßen- und Stadtbäume

Insbesondere im urbanen Raum erfüllen Bäumen neben ihrem gestalterischen Element eine Vielzahl anderer wohlfahrtssteigernder Aufgaben. Die Funktion als Schattenspender, die Filterung von Staub und Luftverunreinigungen (Feinstaub), positive Beeinflussung des Mikroklimas (Begrenzung von Temperaturextremen, Erhöhung der relativen Luftfeuchtigkeit), Lärmminderung (vor allem als visueller Sichtschutz), Co2-Fixierung, oder ihre Wirkung als Windbremse sind nur einige der zahlreichen positiven Effekte, von denen der Mensch im besiedelten Gebiet besonders profitiert - in Zeiten des Klimawandels umso mehr. Dass gut erhaltene Bäume im fortgeschrittenen Alter aus diesem Grund auch monetär mit durchaus ansehnlichem Wert beziffert werden können, ist aus diesen Gründen ebenso nachvollziehbar. In weiterer Folge steigern gut erhaltene Baumbestände sogar den Wert einer Immobilie.


Das Ziel der Baumpflege ist insofern in erster Linie die Herstellung bzw. Erhaltung eines gesunden, vitalen, verkehrssicheren, langlebigen und funktionserfüllenden Baumbestandes zur Nutzung dieser Wohlfahrtswirkungen durch den Menschen.

 

Baumpflege und Baumkontrolle gemäß ÖNORM L 1122

Die Baumkontrolle nach ÖNORM L 1122 zeigt auf, welche Maßnahmen zum Erreichen des gewünschten Zieles zu ergreifen sind. Im Rahmen der Befundung kann bei einer ersten Sichtkontrolle der Zustand eines Baumes hinsichtlich Schadensmerkmalen und Vitalität bewertet werden und darauf basierend ein sinnvolles Baumpflegekonzept erstellt werden. Die Sichtkontrolle gibt Auskunft über Erhaltungswürdigkeit, Gesundheit, Verkehrssicherheit, Besonderheiten, Maßnahmen/Handlungsbedarf, Zeitpunkt der nächsten Kontrolle sowie weiterführende Untersuchungen.


Bereits bei Jungbäumen kann die fachgerecht durchgeführte Baumpflege/Baumkontrolle sinnvoll und nötig sein, um vor langfristigen Fehlentwicklungen und daraus resultierenden, wesentlich höher aufzuwendenden Kosten (bis hin zur Fällung/Abtragung und eventueller Ersatzpflanzung) zu schützen.